friederike feldmann: markus und ich, 1992

fotokopie auf karton, 29,7 x 21 cm
friederike feldmann: ich und markus, 1992

fotokopie auf karton, 29,7 x 21 cm
kerstin drechsel: doppelportrait drechsel/strieder, 1994

Öl auf leinwand, 48 x 35 cm
friederike feldmann: markus als sternenflottenoffizier, 1998

Öl auf tischlerplatte, 29,7 x 21 x 1,5 cm
ursula döbereiner: markus im hotel, 1999

markus001-003, kugelschreiberzeichnung, 29,7 x 21 cm
ursula döbereiner: markus im hotel, 1999

markus004, kugelschreiberzeichnung, 29,7 x 21 cm
ursula döbbereiner: markus im hotel, 1999

markus005, kugelschreiberzeichnung, 29,7 x 21 cm
ursula döbereiner: markus im hotel, 1999

markus011, kugelschreiberzeichnung, 29,7 x 21 cm
ursula döbereiner: markus zu hause, 2000

markus047, kugelschreiberzeichnung, 29,7 x 21 cm
ursula döbereiner: markus zu hause, 2000

markus048, kugelschreiberzeichnung, 29,7 x 21 cm
ursula döbereiner: markus zu hause, 2000

markus050, kugelschreiberzeichnung, 29,7 x 21 cm
ursula döbereiner: markus zu hause, 2000

markus051, kugelschreiberzeichnung, 29,7 x 21 cm
kerstin drechsel: peter und markus, 2003

Öl auf d-c-fix auf spanplatte, 31 x 31 x 2,2 cm
myriam naumann: zur ausstellung markus strieder in der kunstbank berlin, 2004
Alltag: Und wieder beginnt die Suche nach Kleingeld in allen Taschen1: an dieser Notiz kann deutlich werden, dass sich Alltag im Moment des Suchens offenbart. Gesucht wird, was irgendwo existiert, weil es zuvor gesichtet, abgelegt oder gar gesammelt wurde. Es kann aber auch abgelesen werden, dass sich der Suchende in einer Situation des Bezahlens befindet: Vielleicht an einer Kasse, an der mehrere Käufer Schlange stehen, eine Angestellte ungeduldig auf das Geld wartet und der Suchende nervös in seinen Taschen gräbt. Beendet ist die Situation dann, wenn sich die Kasse öffnet und schließt, und endlich ein Kassenbon gedruckt wird. In den wenigsten Fällen ist diese Quittung von Interesse, meist nur für die Steuer oder den Umtausch, ansonsten wandert sie in den Müll. Markus Strieder pflegt damit einen anderen Umgang: Er hat mit Beginn des Senats-Stipendiums bei jedem Einkauf einen Kassenzettel eingefordert, um diesen neben anderen aufzubewahren und nun auszustellen. Rund 1000 Zettel haben sich angesammelt, die trotz ihrer flüchtigen Beschaffenheit dazu fähig sind, Transparenz zu schaffen: Zum einen legen diese Zettel auf schlichte Art Rechenschaft darüber ab, für was das Geld vom Senat verwendet wurde. Zum anderen wird durch die Menge der Einkaufsbons möglich, sich ein Bild des Künstlers zu verschaffen, ohne dass dieser tatsächlich anwesend ist. Erreichbar wird dies nur, weil die Zettel nicht mehr nur dokumentieren, sondern auch kommunizieren, indem sie als Vermittler zwischen Herrn Strieder und dem Rezipienten stehen. Der dokumentarische Wert ist dabei nicht zu unterschlagen, kann man gerade diese Arbeit als ein Journal betrachten, das tägliche Ausgaben dokumentiert. Die Präsentation der Zettel- Sammlung, in chronologischer Anordnung, unterstreicht dieses Moment, und gibt zugleich eine Möglichkeit der Lesart. Doch an welchem Tag und mit welcher Fokussierung man das Lesen beginnt, dafür gibt es keine Regel, nur den Wunsch der Anerkennung der Aussagekraft der Quittungen. Lässt man sich darauf ein, beginnen die Zettel zu kommunizieren. Dabei kann man erfahren, ob der Künstler auf Reisen war, was er häufig gegessen hat, ob er mit EC-Karte bezahlte usw.. Möglich ist aber auch, die Person Strieder außer Acht zu lassen, indem man schaut, ob die Preise stabil bleiben, wie unterschiedlich sie in den verschiedenen Läden sind, mit welchen Höflichkeitsfloskeln ein Kassenzettel endet usw.. Gerade dieses "usw." weist darauf hin, dass die Arbeit eine Offenheit bereithält, die eine individuelle Lesart erfordert. Unterstützend ist dabei das Bekanntsein des Kassenzettels aus dem Alltag, wo dieser eine scheinbare Belanglosigkeit hat. Die Belanglosigkeit wird durch die Arbeit nicht zwangsläufig aufgehoben, sondern in einen anderen Kontext verschoben. In diesem Kontext befinden sich die Zettel nicht mehr lose verstreut an Supermarktkassen, in Plastiktüten oder im Abfall, sondern sind einzeln an die Wand geheftet. Durch dieses Arrangement wird dem Alltäglichen ein Blick gewidmet. Dabei wird die Belanglosigkeit nicht überspielt oder negiert, sondern lediglich präzisiert, indem sie zu einer "musealen" wird. Diese "museale Belanglosigkeit" steht in direkter Verbindung zur Ursprünglichen, da Markus Strieder die Einkaufszettel nur insofern verändert, als dass er sie in einen anderen Bezugsrahmen setzt. Deutlich kann an dieser Arbeit werden, dass sich Kunst im Moment des Wahrnehmens offenbart: mir schwebt nichts vor doch ist um mich ein flattern2 (1Peter Handke, 2Ernst Jandl)
